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Kulturzentrum Řehlovice

Proudění | Strömungen 2017

hiermit möchten wir euch ganz herzlich zur Teilnahme an dem 17. Jahrgang des Symposiums Strömungen/Proudění 2017 in Řehlovice einladen! Das Symposium findet vom 14. bis 23. Juli statt und dieses Mal wird es sich mit dem künstlerisch interessanten und sehr weitreichenden Thema Opfer & Hingabe beschäftigen.

So wie in den letzten Jahrgängen geht es nicht nur um das künstlerische Schaffen, sondern auch um das gemeinsame deutsch-tschechische Kennenlernen und die Kommunikation zwischen den Künstler beider Nationen.

Die Anmeldebedingung ist die Teilnahme während der gesamten Laufzeit des Symposiums und die Einreichung eines künstlerischen Konzeptes zum Thema Opfer & Hingabe bis zum 31. Mai 2017. In dem Fall, dass Sie sich für die Teilnahme an dem Symposium zum ersten Mal bewerben, bitten wir euch gleichzeitig um die Zusendung eines Überblicks eures persönlichen Portfolios/CV.

Wir freuen uns auf eure Ideen!

Eure Bewerbung schicken ihr bis zum 31.5.2017 an: lenkahol@volny.cz.

Das Projekt wird vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützt.

Text zum Thema

Das Ziel des Projektes ist es die Breite und die Möglichkeiten der künstlerischen Bearbeitungen sowie die Wirkung von Kunst zu zeigen. Das Projekt regt zum gemeinsamen Kennenlernen und zur Kommunikation zwischen deutschen und tschechischen Künstler an, bringt Künstler beider Nationen zusammen und  gibt ihnen Raum für gemeinsames und/oder gegenseitig inspirierendes Arbeiten. Die entstehenden Werke laden zum Nachdenken ein, befördern den Diskurs über aktuelle Themen und bieten dem Publikum Raum zur Reflektion wichtiger Fragestellungen. Jedesmal versuchen wir mit neuen Themen diese Reflektionen zu fördern.

Für den 17. Jahrgang des Symposiums haben wir ein künstlerisch interessantes wie auch vielseitiges Thema „Opfer und Hingabe” gewählt, welches unerschöpflich viele Bedeutungen und mögliche Interprätationen verbirgt – um nur einige zu nennen: Religionsopfer, Opfergaben, Opfermythos und Opferstigma, Opfer des Systems oder von  politischen Regimen, Sühneopfer. Gleichzeitig führt diese Begriffsfülle zur Fragestellung: „nie mehr Opfer” – ist das überhaupt möglich? 

Wie kann man überhaupt zum Opfer werden? Wie ist es in der Rolle des Opfers zu sein? Ist es möglich, diese Rolle zu verlassen? Wo liegt die Grenze zwischen hingebungsvollem Handeln und sich (auf)zu-opfern?

Es ist in der Gesellschaft vorhanden und kann uns helfen, sofern wir es für ein Miteinander einsetzen. Hingabe ist ein starkes Gefühl, welches uns sehr berührt, wenn wir bis zur Selbstaufopferung für etwas bereit sind.

Diese Opferbereitschaft für die Gesellschaft ist bei vielen Frauen bekannt, sei es für ihre Familien oder in sozialen Dienstleistungen ohne eine entsprechende Entlohnung zu arbeiten. Die Gesellschaft wäre ohne ihre Hingabe eine andere und sie ist unbezahlbar.

Das Opferstigma tragen langhin Minderheiten von Menschen in der Gesellschaft (z.B. Juden, Roma u.a.). Wie kann man sich von dieser mit der Zeit  bereits kodierten Rolle des Opfers befreien? Kann man die Rolle des Opfers ein für allemal verlassen?

Von den Künstlern erwarten wir das Füllen des Themas mit eigenen Bedeutungen und Ideen. Wir sind uns sicher, dass das Ergebnis eine große Menge von interessanten, kreativen Umsetzungen sein wird. Der breite Rahmen des ausgewählten Themas und der großzügige Raum des Kulturzentrums ermöglichen volle Freiheit in der künstlerischen Verarbeitung.

Im Rahmen des Symposiums findet ebenso eine Podiumsdiskussion zum Thema „in der Opferrolle sein: wer ist in der Opferrolle, wer und wie kann man in die Opferrolle fallen, ist es möglich diese irgendwann zu verlassen?” statt. Es interessiert uns zudem die persönliche Sicht, als auch der  Blick auf ganze Gemeinschaften. Kann man grosszügig sein, über seinen Horizont schauen, wenn man sich nur als Opfer fühlt? Ohne Angst zu leben? Jeder von uns hat eigene Erfahrungen, jeder kann Opfer aber auch Täter sein.

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